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VIELEN DANK

 

Nachdem neulich schon das Regal mit den Knetfiguren genauer angeschaut und analysiert wurde, habe ich mir auch das Gästebuch mit den vielen Kommentaren näher angesehen.

Die Frage, unter der die Beiträge verfasst werden konnten, war: Woran glaube ich? Wofür brenne ich?
Selbstverständlich konnte aber auch Lob oder Kritik zur Ausstellung geäußert werden.

Die Einträge waren dementsprechend vielfältig:

„Ich glaube an die unbändige Freiheit des Wissensdurstes!“

„Ich glaube daran, dass das Lachen uns über viele schwierige Zeiten hinweghelfen kann.“

„Ich glaube an Gott und daran, dass es in jedem Menschen einen Funken Ehrlichkeit, Glaube, Magie, Freundlichkeit und Liebe gibt und an die Hoffnung des Weltfriedens.“

Auf eine Kritik möchte ich etwas näher eingehen.

„Vom 21. Jahrhundert hätte ich doch etwas mehr erwartet. Bitte entfernt die armen Heiligenfiguren – das haben sie nicht verdient!“

Diese Kritik hat mich dann schon etwas nachdenklich gestimmt.
Was ist denn an den Heiligenfiguren dran, dass sie nicht in das 21. Jahrhundert passen sollen? Sie werden so ausgestellt, dass sowohl die künstlerischen Qualitäten als auch ihre religiöse Bedeutung thematisiert werden. Natürlich berücksichtigen wir, dass heilige Figuren für Menschen eine besondere Bedeutung haben, da sie die Heiligen und Gottes Wirken auf Erden verkörpern. Doch sind sie eben auch Kunstobjekte, und als solche verdienen sie es auch, im Museum präsentiert zu werden, und zwar keineswegs versteckt zwischen den anderen Objekten, sondern mit viel Raum, um angemessene Aufmerksamkeit zu erhalten. Das ist der Anspruch, den Museen heutzutage haben, und der auch an sie gestellt wird.
Dann gibt es noch die Figuren „Empathie“ und „Zivilcourage“. Sie sind Beiträge von Schülern, denn auch die Jugend soll in das Thema eingebunden werden und mit dem Interaktionsraum wird das Museum ein gutes Stück interessanter. Sie haben sich mit dem Thema „Glaubensbilder früher und heute“ auseinandergesetzt und Figuren mit den Titeln „Empathie und Zivilcourage“ geschaffen, die ohne Augen erfühl- und erlebbar werden konnten.

Das ist ihnen aus Gesprächen mit blinden Besuchern sehr gut gelungen.

Die Heiligenfiguren werden also mindestens so gut behandelt, wie es ihnen zusteht, und das 21. Jahrhundert steht in keinem Widerspruch zu der Art und Weise, wie sie ausgestellt wurden.

Doch noch einmal zurück zu den Einträgen: Woran glaube ich? Wofür brenne ich?

Ähnlich wie bei den Knetfiguren lag die Wertigkeit der Liebe hier ganz weit vorne: Zeit für die Liebsten, für die Liebste, für den Liebsten, Liebe zu Tieren und zur Umwelt, Liebe für alle – auch die hohe Bedeutung von Freundschaft wurde deutlich.

Nach wie vor spielt der Glaube im Leben eine große Rolle, für viele Besucher*innen scheint er Geborgenheit und inneren Frieden zu bedeuten.
Beeindruckend war auch ein Bibelzitat, gefolgt von einer fünfseitigen Analyse.

 

Alles in allem möchten wir uns bei Euch/Ihnen bedanken, dass so bereitwillig an der Ausstellung mitgewirkt und durch viele persönliche Texte und Knetfiguren bereichert wurde!

Matthias Hamborg/Kirsten Piper

 


Finissage in Niebüll


Auf Augenhöhe

Unser Dank geht an Marion Mahlzan, die als Mitglied vom Verein DVBS e.V.

(deutscher Verein der  Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf), dessen Sitz sich in Marburg befindet zu einer Führung auf den Museumberg eingeladen und den Besuch organisiert hatte.

 

 

Nach einer Vorstellungsrunde wurde den Teilnehmer*innen die Idee der Ausstellung „Glaube.Orte.Kunst“ vermittelt, jeder brachte dann im Gespräch sein Wissen über die Reformation ein, um dann im inklusiven Vermittlungsraum mittelalterliche Figuren und die Modernen Heiligen übers Tasten erleben zu können.

 

Bei Kaffee und Kuchen fand abschließend ein fröhliches Austauschen von Eindrücken statt.

 


Glauben mit und ohne Augen

Seit Mai läuft nun schon die Ausstellung "Glaube. Orte. Kunst." auf dem Museumsberg und über die gleiche Zeitspanne füllen sich auch die Regalbretter in unserem inklusiven Vermittlungsraum mit Knetfiguren.


In der Ausstellung fordern wir euch auf, zu kneten, wofür ihr brennt - gerne auch mit verbundenen Augen.

Die Ergebnisse sind vielfältig, so vielfältig, dass die Regale sie nicht mehr tragen konnten.
Es war also Zeit für uns, den Bestand an Knetfiguren wieder etwas auszudünnen und die bisherigen Ergebnisse

zu betrachten.

 

Von Tieren, Gebäuden, Pflanzen, Menschen und menschenähnlichen Gestalten bis hin zu Symbolen ist alles dabei.

Vor allem Herzen. Viele, viele Herzen, knapp gefolgt von Kreuzen und Kruzifixen.

Die Liebe und der Glaube sind also anscheinend nach wie vor wichtige Aspekte in eurem Leben, und wenn man die beiden Anker noch mit dazu nimmt, haben wir schon das Bild von Glaube, Liebe, Hoffnung zusammen.

 

Doch auch die Figuren von Tieren sind nicht zu verachten;

Tauben, Möwen, ein Reh, eine Eule - alle kann man als solche erkennen, auch wenn einige offensichtlich

ohne Mithilfe der Augen gemacht wurden.

Auch ein paar Bäume ließen sich finden, eine gewisse Naturverbundenheit kann man unseren Besuchern also nicht absprechen. Und ohne jetzt zuviel 'reininterpretieren zu wollen, sahen die Tauben der Friedenstaube sehr ähnlich.

 

Alles in allem freuen wir uns über die vielen Figuren und danken euch, dass ihr eure Ideen und das, wofür ihr brennt, mit uns geteilt habt.

Eine so bereitwillige Teilnahme an der Ausstellung ist keineswegs selbstverständlich.

 

Leider sind vier detaillierte Figuren dem Ausdünnungsprozess zum Opfer gefallen - ich hoffe, die pubertierenden Künstler können es uns verzeihen.

 

Wir sind gespannt, was euch noch einfällt und melden uns diesbezüglich wieder, wenn die Regale erneut überquellen.


Eröffnung und Ausstellung im Richard Haizmann Museum

 Kunst mit Blick auf die Reformation

 (vom 10. Juli 2017: Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt)

 

Eine neue Ausstellung im Richard Haizmann Museum „Glaube. Orte. Kunst“ zeigt den Einfluss der Reformation auf die Kunst der Moderne

 

Das Richard Haizmann Museum lud zu einer besonderen Vernissage. „Glaube. Orte. Kunst“ eröffnete mit einem Gespräch zwischen Propst Dr. Kay-Ulrich Bronk und Museumsleiter Dr. Uwe Haupenthal. Eine Ausstellung, die an 500 Jahre Reformation anschließt und länderübergreifend ist. Elf Kirchengemeinden auf deutsch-dänischer Seite sind daran beteiligt, jetzt kommt das Niebüller Museum mit moderner Kunst dazu. „Das Richard Haizmann Museum will den Einfluss der Reformation auf die Kunst der Moderne in Schleswig-Holstein zeigen“, so Museumsleiter Dr. Uwe Haupenthal. Zu sehen sind in Niebüll sehr unterschiedliche Arbeiten. „Ich habe Skulpturen und Installationen dazugestellt, um die Ansichten zu erweitern.“

 

Die Künstler Jacob Alberts, Hans Peter Feddersen, Emil Nolde, Richard Haizmann, Max H. Mahlmann, Rolf Rose, Andreas Brandt, Ekkehard Thieme, Ulrich Behl, Peter Nagel, Raffael Rheinsberg, Elsbeth Arlt, Regine Bonke, Anja Pletowski und René Schoemakers lassen offene Interpretationsräume für ihre eigene Arbeit und der Reformation als einem tiefgreifenden kulturellen Einbruch entstehen.

 

Wieder einmal ist die eigene Beobachtung gefragt. So gibt es im „Reformationsraum“ eingeweckte Bodenproben aus Eiderstedt als Sinnbild für die „Mutter Erde“. Raffael Rheinsberg reflektiert hier auf den Reliquienkult des Mittelalters.

 

Richard Haizmann setzt da klare Gegenakzente mit seinen sehr religiösen Sakralarbeiten. „Der Auferstandene kommt als Kreuz daher. Schlicht, aber eindeutig. Auch Andreas Brandts reduzierte Werke sind eine Herausforderung für den Betrachter, der den Bezug erkennen will. Hier sieht Haupenthal eine „ästhetische Katharsis in reformatorischer Tradition“. Zu gewagt, diese These? Es geht auch einfacher: Regine Bonke hat ein schlichtes, fluoriszierendes Kreuz in den Boden eingelassen. Gleich gegenüber will Ulrich Behl das „Licht sichtbar machen“. Nachdenken ist angesagt. Dem gegenüber steht die legendäre „Beichte auf Hallig Oland“, die nüchtern wiedergibt, wie ein protestantischer Gottesdienst aussieht. Bilder, Objekte und Skulpturen voller Gegensätze.

 

In seiner Rede beschrieb der Kunsthistoriker den historischen Hintergrund. „Misstrauen gegenüber der mit dem Vorwurf der Götzenanbetung konfrontierten Bildmächtigkeit breitete sich aus, gerade zu einer Zeit, als die neu aufkommende illusionistische Wiedergabe der äußeren Wirklichkeit in der Renaissance allenthalben Bewunderung auslöste. Eine Gegenbewegung, die nicht nur die geltende Ästhetik aus den Angeln hob, sondern deren rezeptive Vorzeichen schlichtweg verkehrte“, stellt Uwe Haupenthal fest. Luther habe die Gläubigen von Dogmen und Unterweisung befreit. Den Einfluss der Religion will Haupenthal nicht überschätzt wissen. „Die Kunst der Moderne verbindet ungezählte Einflüsse, und religiöse Fragen haben heute allenthalben einen geringen Stellenwert. Gleichwohl ähneln der Protestantismus wie der Katholizismus gleichermaßen einem Brennglas, in dem Traditionen nicht nur gebrochen, sondern vor allem auch neu verknüpft, gedeutet und interpretiert werden.“ Dem Museumsdirektor fällt jedoch der Purismus der Werke auf. Dies gelte für den Konstruktivismus und die konkrete Kunst wie für die Objektkunst.

 

Dr. Uwe Haupenthal dankte dem für Flensburger Schau und den Katalog hauptverantwortlichen Ausstellungsmacher Dr. Michael Fuhr, Leiter vom Flensburger Museumsberg, Dr. Karin Tuxhorn vom Verein der Freunde des Richard Haizmann Museums und einem privaten Sponsor für die Unterstützung. Ein Dank ging auch an die anwesenden Künstler Regine Bonke, Rolf Rose, René Schoemakers und Ulrich Behl sowie an die Mitarbeiter des Hauses. Die vielen Kunstfreunde genossen die Möglichkeit, mit ihnen ins Gespräch zu kommen und zu diskutieren. Karin Tuxhorn fasste es zusammen: „Eine wunderbare Idee, eine Ausstellung zum Lutherjahr beziehungsweise zum 500-jährigen Reformationajubiläum grenzüberschreitend und in dieser Vielfalt zu organisieren. Der Zusammenhang Kunst und Kirche wird zur zentralen Frage und wie schön, dass das Richard H aizmann Museum mit der aktuellen Kunst unserer Zeit vertreten ist.“

 

Museumsleiter Dr. Uwe Haupenthal und Propst Dr. Kay-Ulrich Bronk

 

Die Ausstellung ist vom 9. Juli bis 3. September zu sehen. Das Museum ist Dienstag bis Freitag von 11 bis 16.30 Uhr, sonnabends von 11 bis 13 Uhr sowie sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

 

 


Radiobeitrag NDR 1 Welle Nord

Dieser Link führt zum Radiobeitrag über den inklusiven Vermittlungsraum

von Angi Ulmrich.


Blind in der Stadtbibliothek

Kinder, die sich immer dienstags in der Stadtbibliothek zum Vorlese-Nachmittag dort treffen, staunten über die mitgebrachte Überraschung.

Der Museumsberg war nicht nur mit einer verhüllten Figur angereist, sondern hatte schwarze "Schlafbrillen" im Gepäck. Die Kinder sollten erfühlen und erfahren, wie es ist, blind zu sein.

Blindsein und glauben, wie das zusammenpasst, das wurde durch die erzählte Wunder-Geschichte, die Paulus erlebt hat, schon etwas klarer.

 


Glaube.Orte.Kunst. / Tro.Steder.Kunst. ist eröffnet!

Coaching

Hela Michalski vom Verein Andersicht hat 4 Museumspädagoginnen in die Technik einer Blindenführung eingeführt.

Wir haben gelernt, dass wir Räumen und Kunstwerken auf eine ganzheitliche Art begegnen müssen, damit wir sie verbal möglichst präzise beschreiben können. Nur so können Bilder in der Fantasie von Erblindeten erzeugt werden.

Vielen Dank, liebe Hela. Dein intensiver Lehrgang uns alle persönlich sehr berührt!

 


Reise von der KTS zum Museumsberg

Stolz und freudig tragen die Schülerinnen ihre Ausstellungsstücke für den Vermittlungsraum zum Transport.

Noch 11 Tage bis zur Eröffnung!

 

 


Der Papst kommt bald!

Der Papst soll in zwei Wochen in der Kirchengemeinde Süderlügum in der Kirchenbank sitzen!

Eigentlich eine Aufgabe für eine Schülerin der Holzbildhauerschule. Weil sie erkrankt ist, übernimmt nun der Bildhauer Benjamin Fock diese Aufgabe, damit alles rechtzeitig zur Ausstellungseröffnung fertig wird.

 

 


Schülerinnen der KTS kommen voran!


Kooperation mit Holzbildhauer*innen von der Eckener-Schule

Die Flensburger Werkkunstschule, Fachschule Holzbildhauerei ist mit ihrem 2.Ausbildungsjahr unter der Leitung von Heinrich Oettinger schon voll dabei, Heiligenfiguren für die Ausstellung auf dem Museumsberg anzufertigen.


Kooperation mit der Kurt-Tucholsky-Schule

21 diskutierfreudige und offene Schülerinnen des 12. Jahrgangs, die KUNST als Profilfach haben, sind jetzt dabei sich mit aktuellen Glaubensfragen zu beschäftigen.

 Welche Rolle spielt Kleidung in den verschiedenen Religionen? Woran glaube ich, welche Werte sind mir persönlich wichtig?  Gibt es gemeinsame Werte, nach denen wir in unserer Gesellschaft leben?

 

Antworten werden in einem Film, als freie moderne „Heilige“ oder in Gestalt von großen Malereien im Vermittlungsraum der Ausstellung „Glaube.Orte.Kunst“ präsentiert.

Vielen Dank an Elke Wolny, die als engagierte Kunstlehrerin die Schülergruppe mit Rat und Tat begleitet. 



Kooperation mit Andersicht

E. Michalski,  A. Kügler,  K. Piper,  Dr. J. Trinkus
E. Michalski, A. Kügler, K. Piper, Dr. J. Trinkus

Der Museumsberg Flensburg arbeitet in seinem aktuellen Ausstellungsprojekt "Glaube. Orte. Kunst." mit dem Verein Andersicht aus Kiel zusammen. Am 3.3. fand ein erstes Treffen statt. 

Die Ausstellung auf dem Museumsberg bereitet in seinem Vermittlungsraum Möglichkeiten vor, Sehbehindete und erblindete Menschen, an diesem Thema teilhaben zu können. Hier dürfen Heilige erfühlt und ertastet werden.

In einem Meditationsraum kann Glauben erfühlt werden. 

Das Leitmotiv des Vereins Andersicht e. V., der 2008 in Neumünster gegründet wurdet, lautet: "Ich höre und fühle, was du siehst".

Der Verein ist dem Museumsberg mit wesentlichen Erfahrungen und Impulsen bei der Ausgestaltung des Raumes behilflich. Es geht darum , Bilder, die uns das Auge liefert, in die Wahrehmungsweise der anderen Sinne - des  Hörens und des Ertastens zu übersetzen.